PC und TV? Quatsch: Ab ins JuTra!
Kids und Teens
Gegen Langeweile haben wir was! Das „Gegenmittel“ misst 120 Quadratmeter, steckt voller Angebote und Ideen und liegt direkt neben dem Bolzplatz: Im Jugendclub Trabrennbahn (JuTra) steppt der Bär.
Die Augen zu Schlitzen verengt, den Rücken bogenförmig gespannt, das Queue bereit zum exakt platzierten Stoß gegen die weiße Kugel: Wenn Lucas (11) und Timo (10) Billard spielen, ist volle Konzentration angesagt. Selbst das Gekicher von Alicia (8), Liya (7), Elisa (9), Majbritt (10) und Celina (9), die zwei Meter entfernt im selben Raum CD-Jojos basteln, bringt die beiden Freunde an diesem Dienstagnachmittag nicht aus der Ruhe. Kein Wunder – als alte JuTra-Hasen haben sie jede Menge Übung am Billardtisch. „Wir kommen fast jeden Dienstag und Donnerstag ins JuTra“, erzählt Lucas. Und wenn die beiden Kumpel nicht an den anderen drei Tagen zum Fußballtraining müssten, wären sie noch öfter da, ergänzt Timo
.
Keine Frage: Das Konzept, Kindern und Jugendlichen Freizeitangebote direkt vor der Haustür zu machen, geht auf. Langweilen muss sich auf der Trabrennbahn niemand – dafür gibt es seit 2007 den 120 Quadratmeter großen Jugendclub an der Johannes- Frömming-Straße. Plus Bolzplatz. „Uns sind alle Kinder und Jugendlichen hier immer sehr willkommen“, sagt JuTra-Chef Sönke Schilling (36). Nachmittags gehört das Einfamilienhaus, das die Eigentümerin unterstützt von der Stadt Hamburg extra für den Nachwuchs bauen ließ, den Kids und Teens. Mit Schilling und seinem Team wird gekocht, gebastelt, gespielt oder einfach nur geschnackt. Nachmittags gehört das Haus den Sechs- bis Zwölfjährigen, abends den Jugendlichen bis 16 Jahre (siehe Kasten). Wer älter ist, dem steht das zehnmal größere Stadtteilzentrum JUST an der nahen Stephanstraße offen.

„Wir wollen den Kindern und Jugendlichen Raum geben, ihre Ideen auszuleben“,beschreibt Schilling den pädagogischen Ansatz. Die Knirpse bringen Wünsche und Einfälle mit, das Team setzt sie gemeinsam mit ihnen um. Beispiele gefällig? So drehten die Mädchen ihr eigenes Musikvideo zu Britney Spears‘ Pop- Hit „Toxic“. Die Jüngeren brachten aus der Schule Lauf- und Denkspiele wie „Merkball“ mit. Die Renner sind ‚Angeberspiele‘. Dabei müssen die Kinder selbst einschätzen, wie gut sie allein oder als Mannschaft einer bestimmten Aufgabe gewachsen sind. Zum Beispiel, wie oft sie in einer Minute das Clubhaus umrunden können. Oder wie schnell sie nur mit Hilfe der Füße Flaschen in eine Getränkekiste bugsieren können. „Der Fantasie sind da kaum Grenzen gesetzt, und gerade die Jungs bringen jede Menge Spiel-Ideen mit“, so Schilling.

Die Angebote sind nie ein Muss. Die Kids dürfen sich zurückziehen, auch einfach nur Tischkickern, im Internet chatten (das gilt nur für die Jugendlichen), ihre Freunde treffen, sich mal elternfrei entspannen. Meistens „brummt“ der Laden, insbesondere am „Mädchentag“, dem Mittwoch. Dann ist absolutes Jungsverbot, auch auf dem Bolzplatz. Dafür kommen die Knirpse am Montag- und am Freitagnachmittag zu ihrem Recht: Montags ist mädchenfrei. Und auch das Fußballspielen am Freitag mit Soheil Davari ist den Jungs zwischen sechs und zwölf Jahren vorbehalten. Wer regelmäßig kommt, darf am Ferienprogramm des JuTra teilnehmen. Toskana, Costa Brava, Ponyhof: „Wir bieten diese Reisen auch deshalb an, weil für manche Kinder und Jugendlichen eine Urlaubsreise sonst nicht in Frage käme“, so Schilling. Tagesausflüge in den Heidepark oder an die Ostsee ergänzen das Programm.
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