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Reizthema
Wespe und Co.
Viel Grün, viel Wasser – in der Naturidylle der Trabrennbahn fühlen sich nicht nur Zweibeiner wohl. Auch sechsbeinige Großstädter leben gern in manchen Häusern und Gärten. Wie gehen die Mieter mit Hummeln, Hornissen und Wespen um?
Markus P.: „Wir wohnen im vierten Stock, da haben wir bisher keine Probleme mit Ungeziefer gehabt. Im übrigen sehe ich das alles sehr entspannt.“
Mareen J.: „Völlig unproblematisch, höchstens mal eine Mücke hatten wir in den acht Jahren hier. Wenn ich etwas gegen Ungeziefer unternehmen müsste, würde ich eher zu einem Hausmittel greifen, ein Topf mit Zuckerwasser oder so.“
Alexandra L.: „Wir haben massive Probleme mit einer Art Erdwespen, und zwar direkt vor der Haustür. Die bohren sich Löcher in den Sand zwischen den Platten. Bei 30 habe ich aufgehört zu zählen. Wenn die Sonne untergeht, kehren sie in Scharen zurück, am Tage schweben immer ein paar von ihnen hier vor der Tür. Mir ist das zu gefährlich, vor allem wegen unserer neun Monate alten Tochter. Die krabbelt ja hier herum. Die Schädlingsbekämpfer haben mir gesagt, diese Art sei eine von zwei geschützten Arten, die sie nicht bekämpfen dürften. Ich habe mich dann ans Bezirksamt gewendet. Dort sagte man mir, ich müsste eine kostenpflichtige Sondererlaubnis beantragen, damit die Wespen möglicherweise umgesiedelt werden könnten. Im übrigen seien sie harmlos. Ich bin da aber skeptisch, ob das klappt. Ehrlich gesagt bin ich ziemlich ratlos.“
Frank W.: „Gar keine Probleme bis jetzt. Dabei hatten wir anfangs, bevor wir hierher gezogen sind, eine ziemliche Mückenplage befürchtet. Wegen der vielen Wasserflächen. Aber das geht gegen Null.“
Das rät der Fachmann
„Wir beachten da ganz klare Richtlinien“, betont Bernd Trautmann, Schädlingsexperte der Firma „Kill-Team“. Besonders geschützt seien beispielsweise Hummeln und Hornissen. „Die dürfen nicht einmal gestört, geschweige denn bekämpft werden“, erläutert Trautmann. Grundsätzlich geschützt seien auch sämtliche Wespenarten. Bei den so genannten „Erdwespen“ auf der Trabrennbahn handelt es sich nach Trautmanns Einschätzung aber um harmlose, streng geschützte Solitärbienen, deren Stachel nicht durch die Haut dringt. „Sie sehen zwar aus wie Wespen, aber das ist ein optisches Verteidigungsmanöver“. Sein Tipp: „Melden Sie die Insekten möglichst schnell beim Hausmeister. Zunächst kommen dann wir, überprüfen, um welche Art es sich handelt. Sind es besonders geschützte Tiere, kontaktiert die Hausverwaltung die Umweltbehörde. Die schicken einen Biologen, und der entscheidet schließlich, ob die Insekten getötet oder umgesiedelt werden dürfen.“ Ganz wichtig: Niemals Wespenlöcher mit Bauschaum oder Silikon abdichten! „Das ist brandgefährlich für die Menschen“, warnt Trautmann. „Die Wespen raspeln sich durch Stein und Holz, um an anderer Stelle einen neuen Ausgang zu suchen.“ Zum Beispiel innerhalb der Wohnung – und wenn die Tiere dann herausfliegen, sind sie extrem aggressiv.
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