Hier ist der Eisvogel glücklich
Highlight: Seltene Tierarten jagen an den Teichen
Zehn Jahre Trabrennbahn: Nicht nur die Häuser feiern Geburtstag – auch die Natur. Da gibt’s tolle Neuigkeiten: Eisvogel und Bisam jagen an den Teichen. Das beweist: Hier ist die (Um-)Welt noch in Ordnung.
Diesen Junimorgen vergisst Mathias Lohe nicht so schnell. „Ich war auf dem Weg zur U-Bahn, so gegen 5.30 Uhr. Plötzlich sehe ich einen Vogel mit dieser auffälligen blauen Farbe auffliegen.“ Lohe weiß sofort: ein Eisvogel. Mitten in der Großstadt, vor seiner Haustür. Der Mieter kennt sich mit Vögeln aus, beobachtet seit Jahren Gimpel, Zaunkönig und Co. vor seinem Balkon.
Einer der scheuen Eisvögel jagt an der Trabrennbahn? „Das ist ein echtes Highlight“, nickt Vogel-Experte Olaf Fedder vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Und ein supergutes Zeichen für die intakte Ökobilanz hier. Denn Alcedo atthis, die einzige in Mitteleuropa vorkommende Art aus der Familie der Eisvögel, braucht saubere Gewässer mit Kleinfischbestand. „Da muss was in den offenen Gräben und Teichen sein, was ihm schmeckt“, so Fedder. Zuhause ist der schöne Gast ganz in der Nähe: „An der Wandse und der Berner Au brüten Eisvögel“, weiß Fedder. Seit mehr als 20 Jahren betreut er für den Nabu das Gebiet. Und er weiß, wie selten der scheue Flugkünstler sich zeigt: „Einen Eisvogel entdecken – das ist wie ein Sechser im Lotto.“
Auch ein anderer Gast, der auf saubere Natur angewiesen ist, fühlt sich hier wohl: der Bisam. Keine Ratte, sondern die größte Wühlmaus der Welt. Übrigens ein Vegetarier. „Vom Bisam geht keine Gefahr für die Mieter aus“, so Experte Fedder.
Ein kleines Naturparadies mitten in der Metropole: Diese Konzeption ist aufgegangen. Das große Plus: „Die alten Ziegeleiteiche und die Gräben wurden schonend erhalten und erstklassig gepflegt“, lobt Landschaftplaner Hans Möller. „Das hat die GATOR vorbildlich gemanagt, das muss man einfach mal sagen.“
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