Auf der Trabrennbahn knallen die Sektkorken
Wir werden zehn!
2007 wird gefeiert – 1997 zogen die ersten Mieter ein. Naturnah in der Metropole leben: Das neuartige Konzept der Trabrennbahn sahnte viele Auszeichnungen ab. Aber der Anfang war nicht einfach...
Straßen? Beleuchtung? Briefkästen? Fehlanzeige! Dafür Sandhügel, soweit das Auge reichte. „Das sah hier aus wie in den Bergen“, lacht Ilka Sprengel. Die Dame vom Hausmeisterteam gehörte 1997 zu den Pionieren auf der Trabrennbahn. Während die ersten Mieter die bereits fertigen 560 Wohnungen des ersten Bauabschnitts bezogen, wurde bis 1999 tatkräftig am zweiten Bauabschnitt gearbeitet. Grundschule und Kindergarten waren von Anfang an vor Ort. Nur auf das Centra mussten die Mieter länger als geplant warten – bis zum Oktober 2005.
Die Pioniere ließen sich nicht unterkriegen von Matsch und Stromausfällen, nahmen die Dinge mit Humor. O-Ton Sprengel: „Wir sind immer mit alten Galoschen zu unserem Auto gegangen – dort lagen die guten Schuhe.“
„Und dann die weiten Wege – wir mussten die Möbel beim Einzug ganz von der Ebeersreye heranschleppen“, erinnert sich „Urgestein“ Dieter S., Mieter seit dem 1. Januar 1997. 95 Parteien oder 17 Prozent der Urmieter des ersten Bauabschnitts leben seit 1997 in derselben Wohnung. Hinzu kommen die ungezählten Menschen, die in diesem Zeitraum nur innerhalb der Anlage umgezogen sind. Absolute „Treue“-Spitze ist Haus 11 (MHR 13-17): 32 Prozent der Mieter wohnen dort seit 1997.
„Ich fühle mich sehr wohl hier“, sagt Dieter S. Zumal der Vermieter die Preise sogar senkte: 15,80 Mark (umgerechnet 8,08 Euro) kostete damals jeder Quadratmeter netto kalt. Heute liegen die Mieten zwischen 7,48 Euro und 7,88 Euro. Dass die Wohnungskosten insgesamt gestiegen sind, liegt an der Entwicklung der Betriebs- und Energiekosten.
Bis 1976 trabten auf dem Oval edle Vollblüter. Anfang der neunziger Jahre beschlossen die Eigentümer, dort ein völlig neuartiges Wohnkonzept zu verwirklichen: Es verband erstmals öffentlich geförderten Wohnungsbau mit höchster Wohnqualität.
Der gelungene Mix aus Wohnen und Erholung fand bundesweit Beachtung. 1997 wurde die Anlage zum „Bauwerk des Jahres“ gekürt, 1998 bekam sie zwei weitere renommierte Preise, wurde 2002 für den Difa-Award nominiert.
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