Neues Jugendhaus: Anlaufstelle für sinnvolle Freizeitgestaltung direkt vor der Haustür
Billard und Backen am Nachmittag
Sport und Spaß statt Abhängen und Langeweile: Direkt an der Trabrennbahn bietet das JUST Kindern und Jugendlichen im neuen Jugendclub mit Bolzplatz eine feste Anlaufstelle. Abends und am Wochenende ist Ruhe. Im März soll’s losgehen.
Dichter dran am neuen Jugendtreff geht’s kaum: Catherina Vogt wohnt am Max-Herz-Ring 167. Nur wenige Meter und eine Baumreihe trennen ihren Balkon von Haus und Bolzplatz an der Johannes-Frömming-Straße. Wenn jemand vom Lärm der kickenden Kinder und Jugendlichen etwas mitbekommt, dann sie und die anderen Mieter hier. Und? Fürchtet sie, dass die Einrichtung ihre Erholung stört? „Überhaupt nicht“, lacht Catherina. „Ich finde das Haus sogar sehr gut. Dann haben gerade die Jugendlichen einen Treffpunkt, hängen nicht mehr auf den Spielplätzen ab.“ Und außerdem ist ja abends und an den Wochenenden Ruhe. Nur zwischen 14.30 Uhr und 18 Uhr, spätestens 20 Uhr, öffnet es seine Türen. Wer später Action sucht, spaziert 500 Meter weiter ins größere JUST.
Denn das nur 120 Quadratmeter kleine Jugendhaus bietet keinen Vollbetrieb – in den Augen der Bauherrin, der GbR Trabrennbahn, ein Riesen-Plus. Schließlich sollen sich auch die direkten Nachbarn wohl fühlen. Der Club ist eher als erste Anlaufstelle gerade für die Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren und die jüngeren Jugendlichen, die 13- bis 15-Jährigen, angelegt. Hier läuft im Prinzip nichts anderes als das Angebot, das JUST-Mitarbeiter Sönke Schilling und Nasim Rother bereits seit 2003 für die Kinder und Jugendlichen der Trabrennbahn bereithalten: gemeinsames Kochen, Nachmittage nur für Mädchen beziehungsweise Jungen, viel Sport und Klönschnack.
Der entscheidende Unterschied: „Wir haben jetzt einen eigenen Raum, eine feste Anlaufstelle“, so Rolf Mohr, Leiter des Jugend- und Stadtteilzentrums JUST in der Stephanstraße. Bislang nutzen Schilling und Rother Räume der DRK-Kita „Lummerland“ oder der Grundschule.
„Das war für die Kinder okay“, so Mohr. „Aber die Gruppe der 13- bis 15-Jährigen erreichten wir auf diese Weise nicht.“ Denn die fühlten sich einfach zu erwachsen, um ihre Freizeit in einer Kita oder einer Grundschule zu verbringen. Und einfach so ins JUST gehen wie die älteren Jugendlichen der Trabrennbahn – „dafür war ihre Schwellenangst zu groß“.
Mit dem festen Haus soll ihnen der Schritt ins JUST erleichtert werden. Denn Ziel sowohl der Bauherrin als auch der Sozialpädagogen des JUST ist die Überleitung der Jugendlichen in die Stephanstraße. Alles, was laut, spät oder für mehr als 30 Teilnehmer ist, findet in dem zehnmal so großen Haus dort statt.
„Für uns ist die Randlage des Grundstücks ideal“, so der JUST-Chef. Sie entspreche dem Bedürfnis der 13- bis 15-Jährigen, sich zwar nah an der elterlichen Wohnung, aber doch außer Sichtweite zu treffen. Gleichzeitig sei es von dort nur noch ein Katzensprung zum JUST.
Mohr betont, dass der kleine Club keine Filiale des JUST sei. „Es ist eine eigenständige Einrichtung mit einer eigenen Zielgruppe.“ Das Programm werde in Zusammenarbeit mit den jungen Besuchern gemeinsam entwickelt.
Die Bauherrin lässt sich Club und Bolzplatz mit Kunstrasen – der wird gleichzeitig vom inneren Oval dorthin verlegt – einiges kosten. Sie stellt das Grundstück zur Verfügung, trägt rund zwei Drittel der Gesamtkosten. Den Rest schießt die Stadt Hamburg zu. Warum investiert die GbR? „Weil für die Jugendlichen auf der Anlage einfach nichts da war“, antwortet Marlies Wesenberg von der Hausverwaltung. „Und wenn man sich langweilt, hat man schnell Flausen im Kopf.“
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