Jugendfeuerwehr Farmsen:
Schnelle Helfer für alle (Not-)Fälle
Ohnmächtig liegt Steven (10) auf dem Asphalt. In Arbeitsanzug
und Helm kniet Jugendfeuerwehrfrau Catharina neben dem verletzten
Kind, den Notfallkoffer hat sie schon geöffnet. Die Kameraden
Benedikt und Patrick holen derweil eine mobile Trage aus dem
knallorangen Einsatzfahrzeug. In Sekundenschnelle rollen sie
sie auseinander, legen den Verletzten vorsichtig darauf, bringen
ihn in Sicherheit.
„Gut gemacht“, lobt Jugendwart Jürgen Schaub.
Steven, der „Verletzte“,
grinst, steigt von der Trage. Alles nur eine Übung. Die
Jugendlichen räumen
Notfallkoffer und Gerät wieder fort. Ungezählte Male
haben die 22 Mitglieder der Jugendfeuerwehr Farmsen Einsätze
wie diesen geübt,
damit im Ernstfall alles wie am Schnürchen klappt.
Woche
für Woche treffen die Jugendlichen sich in der Wache
am Berner Heerweg, pauken Theorie, trainieren für den
Ernstfall. „Der Nachwuchs übt hier alles, was die
Großen können müssen“, erläutert
Schaub. Neben Erster Hilfe sind das vor allem Einsätze
gegen Brände, im Fachjargon „Löschangriffe“ genannt.
Was bedeutet das konkret? „Der gesamte Aufbau eines Löschangriffs
wird geübt, von der Wasserentnahme bis zum fachmännischen
Zielen mit dem Wasserstrahl“, berichtet Schaub. Mit Hilfe
von Nebelmaschinen erfahren die 10- bis 17-Jährigen, was
es heißt, sich in verrauchten, brennenden Räumen
orientieren zu müssen. Und zwar ohne sich dabei zu gefährden.
Selbst löschen – das dürfen die Kids allerdings
nicht. Das bleibt den Erwachsenen vorbehalten.
Was ist denn das Tolle an der Jugendwehr? „Man lernt,
wie man anderen helfen kann“, sagt Tamara. „Es
macht einfach Spaß, es ist cool hier“, findet Patrick.
Die anderen nicken zustimmend. Denn hier wird nicht nur Theorie
und Praxis gepaukt. Gemeinschaft steht im Vordergrund: „Wir
machen Nachtwanderungen und Grillfeste, fahren ins Zeltlager
und zu Wettkämpfen“, zählt der Jugendwart auf.
Und sie helfen im Stadtteil, wo sie können, waren allein
2005 bei zwölf Kinderfesten in Farmsen vor Ort. Auf der
Trabrennbahn boten sie erfrischende Wasserspiele an, brachten
im vergangenen Dezember den sehnlichst erwarteten Nikolaus
mit seinen Geschenken ins Hausmeisterbüro. „Wenn
man uns um Hilfe bittet, sind wir da. Es findet sich immer
jemand, der mitmacht“, fasst Jürgen Schaub die Hilfsbereitschaft
seiner Truppe zusammen.
Zur Anlage haben die Blauröcke einen ganz persönlichen
Draht: Farmsens Wehrführer Axel Wolff ist Hausmeister der
Grundschule Traberweg, seine Söhne Patrick und Mirco üben – na
klar – in der Jugendabteilung.
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