Riesenandrang auf die Info-Veranstaltung zum neuen Entsorgungssystem:
Chips und Müllschleusen: Alles geklärt an der Abfallfront
Wie geht das mit den Schleusen und dem Restmüll? Die Info-Veranstaltung über die moderne Abfallentsorgung lockte 300 Mieter in die Aula der Grundschule Traberweg. Der Saal platzte aus allen Nähten.
Die neuen Müllschleusen brennen den Trabrennbahnern unter den Nägeln. Das bewies der Riesenansturm auf die erste Info-Veranstaltung von GATOR und Innotec am 13. Februar in der Aula der Grundschule Traberweg. Keine Maus hätte mehr zwischen die mehr als 300 Mieter gepasst. Mangels Raum mussten fast alle stehen.
Chipgesteuerte Hightech-Schleusen sollen ab 1. April die Kosten der Restmüllentsorgung auf der Trabrennbahn gerechter unter den Mietern aufteilen. Konkret: Wer sauber trennt und Müll vermeidet, spart Geld. Wer sein persönliches Chaos im Abfalleimer allerdings pflegt und nicht sortiert, zahlt in Zukunft drauf. Und wer nicht auf der Anlage wohnt, kommt erst gar nicht mehr an die Restmüllcontainer ran.
So weit, so zukunftsweisend. Das Gros der Zuhörer zeigte sich offen für die moderne und umweltfreundliche Technologie.
Doch es gab auch jede Menge Fragen. Vor allem: Verderecken die Standorte? Was ist mit meinen persönlichen Daten? Reichen die Gelben und Blauen Tonnen auch aus, wenn nach dem neuen System getrennt wird?
Rund zwei Stunden lang standen die Innotec-Experten Carsten Beckmann und Henrik Gehrig sowie Heike Grahlmann von der Hausverwaltung Zweiflern und Skeptikern geduldig Rede und Antwort. Marlies Wesenberg, Katja Ulrich, Ilka Sprengel und Jens-Peter Meyer vom GATOR-Team standen den Besuchern für Einzelgespräche zur Verfügung.
Thema Vermüllung der Stellplätze: „Das ist noch an keinem Standort vorgekommen“, beschwichtigte Beckmann die Gemüter. Und selbst wenn etwas neben den verschlossenen Containern steht: „Innotec-Mitarbeiter sorgen fünf Tage pro Woche dafür, eventuell anfallenden überschüssigen Müll sofort zu entsorgen.“
Die Anzahl der Gelben Container und blauen Papiertonnen werde ohnehin aufgestockt, so der Fachmann. „Das wird aber außerdem täglich von unseren Mitarbeitern kontrolliert und an den tatsächlichen Bedarf angepasst.“ (Die Zahl der Altglascontainer können weder GATOR noch Innotec beeinflussen.) „Das ist Sache der Stadt Hamburg“, stellte Marlies Wesenberg von der Hausverwaltung klar. „Und warum gibt’s keine Biotonnen auf der Anlage?“, wollte ein Mieter wissen. „Das würde für die Mieter einfach zu teuer“, bedauerte Heike Grahlmann. Die GATOR wende auf dem wasserreichen Gelände ohnehin einen großen Betrag für Schädlingsbekämpfung (Ratten) auf und wolle die Haushaltskassen der Mieter nicht noch stärker mit Gebühren belasten.
„Kann man anhand der Chipdaten eigentlich sehen, ob und wann ich für längere Zeit verreist bin?“, wollte ein Mieter wissen. „Auf keinen Fall“, betonte Beckmann. Denn die individuelle Nummer der Chipkarte – samt sämtlichen gespeicherten Mülldaten - komme erst am Ende des Jahres zu Abrechnungszwecken mit den persönlichen Daten des Nutzers zusammen. Und das unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen.
Manche kritisierten das Fassungsvermögen der Klappen: „Nur 20 Liter“, schimpfte ein Mieter. „Da passen große Säcke ja gar nicht rein. Was soll man denn mit denen machen?“ „Einfach in kleinere Portionen teilen“, empfahl das Innotec-Team.
Wie groß die sein sollten, können die Trabrennbahner drei Wochen lang ohne Aufpreis testen. In der zweiten Märzwoche werden die Schleusen aufgestellt. Die Chips zählen die Einwürfe aber erst ab 1. April. „Da lässt sich ganz praktisch ausprobieren, welche Müllmenge gut in die Klappen passt“, so Marlies Wesenberg. So lange kann alles Überzählige ja weiter in die bereitstehenden Restmülltonnen geworfen werden.
Falls Fragen offen geblieben sind: Einfach die kostenlose Hotline (Telefonnummer 0800-466 68 32) anrufen. Oder persönlich nachfragen, wenn man den Chip abholt.
15.02.2008
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